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  • Schützenfest in Attendorn

    Da an jedem ersten Wochenende im Juli das traditionelle Schützenfest in der Hansestadt gefeiert wird, veröffentlichen wir passend dazu im Juli das Gedicht „Schüttenfest in dian twintiger Johren“ von Josefine Wagener-Zeppenfeld in dieser Rubrik mit der freundlichen Genehmigung der Familie Wagener.

    Schüttenfest in dian twintiger Johren

    Wann de Wiysen voll Blaumen un et Koren riepet,

    Junge Lülinge in dian Nestern piepet,

    Imme Garen voll Bounen de Fickesstaken,

    Kumpesblare daut wiet ümme siek raken –

    Wann de Haunder siyk imme Melme plüstert,

    De Wieweslüe de Ecken rüstert,

    Un de Schüttenfahne hualt ut dr Kommode,

    Viarm Huse fien kiart de Guatte un Stroote

    Un Strüßken werd bungen met Rousenn und Ginstern,

    Dr. Suerbroen duftet ut Diarren und Finstern –

    Un gengen dai Prentlers met dr Trommel diar de Staadt,

    Dann wußte me et siyker: Nu dait siyk wat!

    Nu geyt et loß, nu is et souwiet:

    Schüttenfest! – Attendorns houge Tiet!

    Et lagden ald prot, stiefstoots, akkerot,

    Hiymmetkragen un Schmiesken,

    Un et Klärchen un et Liesken

    Harren de Hoore siyk onduleyert,

    Woren op et findeste utsaffeyert.

    De Neggeske kleyere se in Crepe de Chine –

    Me konn jo womüegliek Ehrendame sin.

    Un wiam guall Sunnowends dai ganze Stoot?

    Em Militärkonzert met em Kapellmeister Deisenroth.

    No fivtig Johren, van uns unvergiatten,

    Hiat ouk Attendoorn en Platz in synem Hiatten.

    Dr Schüttenfest-Sunndag dann

    Fong met dr Misse in dr Kiarke aan.

    Unse Schütten konnt nit blouß fiarn,

    Unse Schütten konnt ouk bian!

    Do stongen se proper Mann fiar Mann

    Unger dr Fahne vam Hl. Sebastian

    Un sin bie dr Fronleichnamsprozessioun

    Diat Baldachins Ehrenformatioun.

    No dr Misse wor imme Schüttenzelt,

    Frühschoppen fiar dai Männerwelt.

    Se wollen dann geren unger siyk sin,

    Fraulüe liatten se net rin.

    Nummedags dann harren vie Kingr unse Riek:

    Buten op diam Schüttenplatze druwwelde et siyk.

    En kunterbunt Liawen, en Gewimmel, en Vertell,

    „Hauet den Lukas“, Luftschaukel, Karussel.

    Souviyll schöüne Saaken an jedem Stand –

    Vie telleren unse paar Grosken in dr Hand

    Fiarn Liawkaukenhiatte, met diat Sprüykelkens Zier:

    „Ich bin dir drei, vier und vier“.

    Amme Mundag dann de Wachtparade

    Viarm Schürmann, an der Promenade.

    „Guten Morgen, Schützenbrüder“, raip hai dann,

    Un alle tehoue: „Guten Morgen, Herr Hauptmann!“

    „Ihr Schüzen, seht her, präsentiert das Gewehr!“

    Fiar uns Kinger wor dat wat,

    Vie drückeren uns amme Brinkers Tune de Nase platt.

    Met viyll Volk imme Schleppetaue

    Geng et op de Vuelsraue.

    Do word ümme de Küennigswürde rungen,

    Nu blouß noch et Stätzken, dann lyett he ungen.

    Wor ouk de Twialwe op dr Schiewe druappen,

    Stongen Jubel un Trubel alle Diaren uappen.

    De Küinnige schmücket met dr Medaillenkette –

    Un manch eyner mochte berappen fiar ne verloane Wedde.

    Nummedags Festzug diar Attendoorns Strooten –

    Wai mochte siyk dian drdiar gohn looten:

    Lanzenträger, Paukenschläger,

    Heymotsang un Trommelklang,

    Unse Franke met em Schellenboum,

    Sienes Johres Sehnsuchtsdroum.

    An jeder Sye – winkeren Lüe

    Dian Küennigen tau, imme würdigen Rahmen

    Iarrer störigen Ehrendamen.

    Schüttenküennigs Hofstaats goldener Schien,

    Küennig met Würde – doch ganz ohne Bürde:

    Dat möchte manch fürstlicher Küennig wall sin!

    Und hier – wie immer – für die des Attendorner Platt nicht Mächtigen die hochdeutsche Übersetzung von Gereon und Margot Wagener:

    Schützenfest in den Zwanziger Jahren

    Wenn die Wiesen voller Blumen sind und das Korn reift,

    junge Spatzen in den Nestern piepen,

    im Garten die Bohnenstangen voll Bohnen

    Kohlblätter weit um sich reichen –

    wenn sich die Hühner im Dreck plustern,

    die Weibsleute die Ecken putzen

    und die Schützenfahne aus der Kommode holen,

    vorm Hause die Gasse und Straße fein kehren

    und Sträußchen aus Rosen und Ginster gebunden werden,

    der Sauerbraten aus Türen und Fenstern duftet –

    und gehen die Prentlers (Attendorner Familie) mit der Trommel durch die Stadt,

    dann wusste man es sicher: Nun tut sich was!

    Nun geht es los, nun ist es soweit:

    Schützenfest – Attendorns hohe Zeit!

    Es lagen schon fertig, feinsäuberlich, akkurat,

    Hemdkragen und Chemisettchen (Zierleibchen)

    und das Klärchen und das Lieschen

    haben sich die Haare gelockt,

    waren auf das Feinste ausstaffiert.

    Die Näherin kleidete sie in Chinesische Seide –

    man könnte ja wohlmöglich Ehrendame sein.

    Und wem galt samstags die ganze Stadt?

    Dem Militärkonzert mit dem Kapellmeister Deisenroth.

    Nach fünfzig Jahren von uns unvergessen,

    Hat auch Attendorn ein Platz in seinem Herzen.

    Der Schützenfest-Sonntag dann

    fängt mit der Messe in der Kirche an.

    Unsere Schützen können nicht bloß feiern,

    unsere Schützen können auch beten.

    Da stehen sie fein säuberlich Mann für Mann

    unter der Fahne vom Heiligen Sebastian

    und sind bei der Fronleichnamsprozession

    die Ehrenformation des Baldachins.

    Nach der Messe war im Schützenzelt

    Frühschoppen für die Männerwelt.

    Sie wollen dann gerne unter sich sein,

    Frauen ließen sie nicht rein.

    Nachmittags dann hatten wir Kinder unser Reich:

    Draußen auf dem Schützenplatze knubbelte es sich.

    Ein kunterbuntes Leben, ein Gewimmel, ein Gerede,

    „Haut den Lukas“, Luftschaukel, Karussell.

    So viele schöne Sachen an jedem Stand –

    wir zählten unsere paar Groschen in der Hand

    für ein Lebkuchenherz, mit einem Sprüchlein als Zier:

    „Ich bin dir treu, für und für.“

    Am Montag dann der Schützenzug

    vor dem Schürmann (alte Villa), an der Promenade.

    „Guten Morgen, Schützenbrüder“, rief er dann,

    und alle zusammen: „Guten Morgen, Herr Hauptmann!“

    „Ihr Schützen, seht her, präsentiert das Gewehr!“

    Für uns Kinder war das was,

    wir drückten uns an Brinkers Zaun die Nase platt.

    Mit viel Volk im Schlepptau

    ging es auf die Vogelsrute (Hügel vor Waldenburg).

    Dort wurde um die Königswürde gerungen,

    nun bloß noch die Schwanzfedern, dann liegt er unten.

    War auch die Zwölf auf der Scheibe getroffen,

    standen Jubel und Trubel alle Türen offen.

    Die Könige schmückten sich mit der Medaillenkette –

    und manch einer mochte für eine verlorene Wette bezahlen.

    Nachmittags Festzug durch Attendorns Straßen –

    wer mochte sich das dadurch gehen lassen:

    Lanzenträger, Paukenschläger,

    Heimatgesang und Trommelklang,

    Unser Franke (Herr Franke) mit dem Schellenbaum,

    seines Jahres Sehnsuchtstraum.

    An jeder Seite winkten Leute

    den Königen zu, im würdigen Rahmen

    ihrer schönen Ehrendamen.

    Der Schützenkönige Hofstaat goldener Schein –

    König mit Würde – doch ganz ohne Bürde:

    Das möchte manch fürstlicher König wohl sein!

    Geschrieben: Oktober 1985

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