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    Ausstellung: Baracken in Attendorn

    (khe) Erst in der vergangenen Woche wurde die Letzte ihrer Art abgerissen: Eine Baracke, die wie zahlreiche andere das Stadtbild Attendorns in der zeit des 2. Weltkrieges und danach geprägt haben.

    Mit diesem Stück Zeitgeschichte beschäftigt sich eine Ausstellung des Vereins für Orts- und Heimatkunde im Senioren-Zentrum St. Liborius seit dem letzten Sonntag (8.1.2012). Mit zahlreichen Originalfotos aus dieser Zeit werden für die Heimbewohner aber auch jeden anderen Besucher, soweit sie schon damals in der Hansestadt wohnten, Erinnerungen wach, die nicht immer zu den besten gehören.

    Wie der Leiter des Heims, Uwe Beul, den bei der Ausstellungseröffnung Anwesenden in seiner Begrüßungsansprache erläuterte, handelt es sich bei Baracken um behelfsmäßige Unterkünfte, meist nicht unterkellert und einstöckig in Holzbauweise. Das Wort bezeichnete zunächst eine Soldatenunterkunft, wurde dann aber auch für die vorübergehende massenweise Unterbringung von Arbeiter, Flüchtlingen, Ausgebombten, Kriegsgefangenen, Internierten und Zwangsarbeitern genutzt.

    Die Baracken waren, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Reinhard König, in seinen Eröffnungsworten deutlich machte, in Attendorn zunächst für die zahlreichen Zwangsarbeiter in den Firmen über das ganze Stadtgebiet verteilt.

    Nach dem Ende des Krieges dienten sie dann als Bleibe für viele Attendorner. Auch Flüchtlinge, die es in die Hansestadt verschlagen hatte, wohnten vorübergehend in diesen Unterkünften. Anfang der 1960er Jahre wurden sie dann bis auf eine Ausnahme abgerissen oder abgebrannt, wobei sie wie im Frühjahr 1965 auf dem Schelmeskamp als Brand – Feuerwehrübung genutzt wurden.

    Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch von Siegfried Jahn begleitet.

    Wie durch diese Bilder der Ausstellung zahlreiche Erinnerungen von heutigen Attendorner wach wurden, zeigte sich schon am Tag der Ausstellungseröffnung, an dem zahlreiche Besucher intensiv vor den Bildern diskutierten. Es ist die fünfte Ausstellung dieser Art des Heimatvereins im Senioren-Zentrum, in der er die Geschichte der Stadt Revue passieren lässt.

    Die Ausstellung ist noch bis Ende Februar während der Öffnungszeiten des Heimes zu besichtigen.

     

    Großes Interesse fanden die Bilder der Baracken im Attendorner Stadtgebiet bei den Besuchern schon am Eröffnungstag der Ausstellung.

    Fotos: Karl-Hermann Ernst

     

     

     

    “100 Jahre Listertalsperre” erscheint am 19. November 2011

    “100 Jahre Listertalsperre” s0 lautet der Titel unserer neuen Veröffentlichung.

    Die Dokumentation über „100 Jahre Listertalsperre“ beinhaltet die Geschichte der Listertalsperre vom Beginn der Planungen im Jahre 1904 bis zum letzten Überlauf des Hochwassers im Winter und dem trockenen Sommer 2011. Sie wird bereichert durch historische Protokolle aus Kaisers Zeiten, Briefen zwischen Behörden, Anliegern und Bauunternehmern sowie Fotografien, Zeitzeugenberichten und aktuellen Beiträgen in Wort und Bild.

    In über 280 Seiten stellen wir die bewegte, bunte, abwechslungsreiche und spannende Geschichte der Listertalsperre dar.

    Dieses Buch ist ab dem 19. November 2011 zum Preis von 19,50 EUR bei uns erhältlich:

    Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn e.V., Hansastr. 4, 57439 Attendorn Telefon: 0 27 22 / 63 41 65 oder per E-mail bestellen info@heimatverein-attendorn.de
    www.heimatverein-attendorn.de

    Weitere Verkaufsstellen:

    • Attendorn (Buchhaus Frey, Buchhandlung Hintermeier, Buchhandlung Hoffmann, Südsauerlandmuseum, Café Moses und Campingplatz Waldenburg)
    • Drolshagen (Buchhandlung am Markt)
    • Elspe (Buchhandlung Görg)
    • Finnentrop (Buchhandlung am Markt)
    • Heggen (Doris Korte)
    • Hunswinkel (Getränkequelle Becker)
    • Kalberschnacke (Campingplatz und Gaststätte)
    • Meinerzhagen (Buchhandlung Schmitz)
    • Olpe (Bücherstube Hachmann)
    • Plettenberg (Buchhandlung Plettendorff)
    • Valbert (Reisebüro Lück und Volksbank)
    • Windebruch (Campingplatz und Fischerheim)
    • Wörmge (Landhaus Wörmge)
    Das neueste Mitteilunsblatt ist erschienen

    Genau 80 Seiten umfasst die neueste Ausgabe des Mitteilungsblattes des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn e.V., das in diesen Tagen den Mitgliedern zugestellt wird. Auch diesmal wird es voll und ganz seinem Titel: „Attendorn – Gestern und Heute“ wieder einmal gerecht, denn neben Berichten aus der Geschichte der Hansestadt sind auch aktuelle Zeilen zu lesen.

    So beschäftigt sich Brigitte Puth auf 20 Seiten mit der Suche nach der verschollenen Familie Albert und Karolina Guthmann aus der Bleichergasse 329, eine jüdische Familie, die in Attendorn eine Metzgerei besaß und hier bis Ende der 30er Jahres des vorigen Jahrhunderts lebte und an die sich hier kaum noch jemand erinnert.

    Dr. med. Klaus Pfeifer berichtet über einen Bekannten Siegerländer, der obwohl evangelisch, sehr mit dem Attendorner Pfarrer Johann Baptist Molitor befreundet war: Johann Heinrich Jung genannt Stilling. Molitor war es, der den jungen Jung dazu überredete Medizin zu studieren und sich so im hiesigen Gebiet einen Namen machen konnte.

    Weiter in die Geschichte der Stadt geht Dr. Markus Köster mit seinen Artikel „Attendorn, die sehenswerte alte Stadt – Eine fotografische Stadtwanderung aus dem Jahr 1932“, in dem er an den damaligen Heimatkundeunterricht (heute: Sachkunde) erinnert, wobei er zahlreiche Fotos des damaligen Gründers und Leiters der Lichtbildstelle des Regierungsbezirks Arnsberg, Heinrich Genau, verwendet.

    Guido und Nicole Kost schildern die 100jährige Geschichte des Hauses „Schnaps-Kost“ am Kirchplatz, wobei die Geschichte des Gebäudes nicht fehlt.

    125 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Attendorn von Uli Johannes und das Doppeljubiläum des SGV (120 Jahre Abteilung Attendorn und 70 Jahre SGV Hütte) von Gabriele Schmidt fehlen ebenso wenig wie ein Bericht über 33 Jahre Plattdeutscher Kreis von Meinolf Lüttecke.

    Abgerundet wird das Heft mit Artikeln von Birgit Haberhauer-Kuschel und Georg Ortmann über den Abriss des Hauses Breite Straße 16, von Pfarrer Andreas Schliebener über den Wichernkranz vor der evangelischen Erlöserkirche in der Adventszeit und von Monika Löcken über die Sammlungszugänge im Südsauerlandmuseum im Jahre 2010.

    Das Heft kann auch von Nichtmitgliedern montags von 18 bis 20 Uhr in der Geschäftsstelle an der Hansastraße 4 erworben werden. (khe)

    Jahreshauptversammlung 2011

    Insgesamt 442 Besucher nahmen an den 12 Monatsversammlungen des Vereins für Orts- und Heimatkunde im Jahr 2010 und toppten damit die durchschnittliche Besucherzahl des Jahres 2009 um eine Person, erklärte der bisherige Schriftführer des Vereins, Peter Prentler, auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstagabend (17.2.2011)  in seinem Jahresbericht. Prentler erinnerte dabei auch an die Eröffnung der Ausstellung: „Attendorn, 28. März 1945 – Bilder einer zerstörten Stadt“, die am 1. November von Bürgermeister Hilleke im St. Liborius-Seniorenzentrum eröffnet worden war und die bis Ende Februar noch andauert.

    Nachdem die Kassenprüfer Hubert Hengstebeck und Richard Korte dem Schatzmeister Marcus Kaufmann eine solide und erfolgreiche Kassenführung bescheinigt hatten, erteilten die anwesenden rund 10 Prozent der 360 Mitglieder (+ 4 gegenüber 2009) dem Vorstand einstimmig  die Entlastung. Für Hubert Hengstebeck wurde Josef Schulte als neuer 2. Kassenprüfer benannt.

    Bei den notwendigen, turnusmäßigen Wahlen zum Vorstand gab es allerdings eine Überraschung. So wurde Reinhard König als 1. Vorsitzender erwartungsgemäß einstimmig wiedergewählt, auch das Mitglied des erweiterten Vorstandes Dieter Thys wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt, aber die durch den privat begründeten  – im vorigen Jahr schon angekündigten – Rücktritt von Peter Prentler notwendige Neuwahl eines Schriftführers führte zu keinem Ergebnis, da niemand der Anwesenden bereit war, dieses Amt zu übernehmen. Der (Rest-)Vorstand wurde beauftragt, bis spätestens zur nächsten Jahreshauptversammlung einen geeigneten Kandidaten/in zu finden.

    Auf Grund eines Antrages von Franz Richard, das Grabdenkmal von Professor Julius Pickart mit einer Gedenktafel seitens des Vereins zu versehen, ergab sich eine eingehende Diskussion. Dabei war man sich einig, dass der Verein für das Anliegen der falsche Adressat war, da das Denkmal auf dem städtischen ehemaligen katholischen Friedhof an der Windhauser Straße steht. Es wurde im Einverständnis mit dem Antragsteller beschlossen, seinen Antrag an den Bürgermeister mit der nachdrücklichen Bitte, den Antrag auch zum Anlass zu nehmen, einmal über die Sicherung und unter Schutz zu stellenden Denkmale auf den Attendorner Friedhöfen nachzudenken, weiterzuleiten.

    Auch solle sich der Vorstand noch intensiver mit dem Problem der Häuser, die im Stadtkern abgerissen werden sollen, beschäftigen, wobei es nicht reiche, den entsprechenden Stellen bei Stadt und Kreis die Bedenken vorzutragen.

    Obwohl die Besucherzahlen der Monatsversammlungen gut sind, waren einige der Anwesenden Mitglieder mit den Themen der Versammlungen nicht ganz einverstanden. Es wurde daher vereinbart, die Mitglieder im nächsten Jahresheft, das noch vor Ostern erscheinen wird, aufzurufen, Wünsche für die Monatsversammlungen schriftlich an den Vorstand des Vereins zu richten. (khe)

    Attendorn, 28. März 1945 – Bilder einer zerstörten Stadt

    Ein Stück Zeitgeschichte der Stadt Attendorn zeigt seit dem vergangenen Samstagmittag der Verein für Orts- und Heimatkunde mit seiner Ausstellung „Attendorn, 28. März 1954 – Bilder einer zerstörten Stadt“ im Seniorenhaus St. Liborius. Anhand von 60 großformatigen Fotos wird noch einmal das „Ergebnis“ des Bombenangriffs vom 28. März 1945 dargestellt.

    Bürgermeister Wolfgang Hilleke, der die Ausstellung eröffnete, erinnerte an den Befehl der alliierten Bomber, die Bahnstrecke zwischen Olpe und Attendorn zu zerstören, da sie als Nachschublinie galt. Die beiden Städte galten dabei nicht als Ziele. Doch es sei anders gekommen. Da Olpe wegen einer Wolkendecke für die Piloten nicht sichtbar gewesen sei, hätten sich 22 Flugzeuge für das Ausweichziel Attendorn entschieden. Zwar sei in der Stadt 10 Minuten vor dem Eintreffen des Bomberverbandes Luftalarm ausgelöst worden, da sich aber die Luftalarme in diesen Tagen gehäuft hätten, die feindlichen Bomberverbände jedoch bisher immer ohne Angriff vorüber gezogen seien, glaubten auch an diesem Mittwoch der Karwoche 1945 viele Menschen immer noch nicht an den Ernst der Lage.

    Für die Bewohner der Stadt seien die Folgen dieses Bombenangriffs grausam und verheerend gewesen. Hilleke zitierte einen Zeitzeugen, der die Toten, die zerstörten und brennenden Häuser bei einem Gang den Grafweg hinunter zur Niedersten Straße schilderte. Das Ausmaß der Zerstörung der Pfarrkirche erläuterte Hilleke anhand eines Berichts von Pfarrer Josef Köster.

    Der Bürgermeister weiter: „Drei Bombenteppiche, wobei 132 Fünf-Zentner-Bomben abgeworfen wurden, zerstörten zwischen 10.59 und 11.04 Uhr weite Teile der Stadt und lösten dadurch ein großes Chaos aus. 119 Zivilisten starben; mit Soldaten und Ausländern betrug die Todesquote sogar 200.“ Dieser Mittwoch sei für die Hansestadt zu einem Leidenstag geworden, der wohl in der langen Stadtgeschichte ohne Beispiel sei.

    Er sei dem verstorbenen Buchdrucker Theodor Frey sen. noch heute dankbar, dass dieser den Mut aufgebracht und die unglaubliche Zerstörung unter Lebensgefahr in einer umfassenden Fotoserie festgehalten habe. Er dankte auch dem Heimatverein, dass dieser eine solche Ausstellung mit den Fotos von Theodor Frey und (neu) anderen Zeitzeugen jetzt der Öffentlichkeit erneut zugänglich mache. Er schloss seine Ausführungen mit einem Zitat des ungarisch-amerikanischen Wissenschaftlers Edward Teller: „Der Krieg ist nicht undenkbar, aber es ist unangenehm, an ihn zu denken. Deshalb gibt es nur einen Weg, ihn zu vermeiden: Man muss ständig an ihn denken!“

    Wie der 1. Vorsitzendes des Vereins, Reinhard König abschließend bekannt gab, ist zu dieser Ausstellung, die noch bis Februar 2011 im Liborius-Heim zu sehen ist, ein 74-seitiger Ausstellungskatalog erschienen, der sämtlich gezeigten Bilder, aber auch die Namen der Attendorner Gefallenen, der Toten des Bombenangriffs und des Explosionsunglücks enthält. Der Katalog ist in der Ausstellung, aber auch im Süd-Sauerlandmuseum, der Geschäftsstelle des Vereins an der Hansastraße, bei den Attendorner Niederlassungen der Volksbank Bigge-Lenne e.G. und den Buchhandlungen Frey, Hintermeier und Hoffmann erhältlich.

    Der 1. Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde, Reinhard König (rechts), überreicht dem  1. Bürger der Stadt, Wolfgang Hilleke, das 1. Exemplar des Ausstellungskataloges                  Foto: Ernst

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    In über 280 Seiten stellen wir die bewegte, bunte, abwechslungsreiche und spannende Geschichte der Listertalsperre dar.

    Dieses Buch ist ab dem 19. November 2011 zum Preis von 19,50 EUR bei uns erhältlich:

    Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn e.V., Hansastr. 4, 57439 Attendorn Telefon: 0 27 22 / 63 41 65 oder per E-ma…

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