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  • Platt gekürt

    Jahreshauptversammlung
    1. März 2012
    19:30
    19:30

    Die Jahreshauptversammlung unseres Vereins beginnt am Donnerstag, 1. März, um 19.30 Uhr im “Hotel zur Post”.

    Die Tagesordnung lautet wie folgt:

    1.  Begrüßung

    2. Totengedenken

    3. Feststellung der satzungsgemäßen Einladung und Beschlussfähigkeit der    Mitgliederversammlung

    4. Jahresbericht des Schriftführers

    5. Kassenbericht

    6. Entlastung Vorstand und erweiterter Vorstand

    7. Wahlen von Kassenprüfern

    8. Wahlen zum Vorstand und erweiterten Vorstand

    9. Anträge an die Jahreshauptversammlung

    10. Festlegung der Jahresbeiträge

    11. Verschiedenes

    Der Vorstand hofft, viele Mitglieder zu dieser Jahreshauptversammlung begrüßen zu können.

     

    Alles tau siener Tiet
    Üewwer Liturgien löt siek stri-en.
    Se stoht grout uawenaan
    Biem jungen Volk, doch iek mat si-en:
    Me gewiennd siek schlecht daodran.
    
    Et kam maol wier en niggen Här;
    Un diamn 'wört balle gelungen,
    Dat in d' r Christnacht nit maol mehr
    Dat „Stille Nacht" wör sungen.
    
    Jedoch de Organist waor schlau.
    Dei harr' alt, viarbedacht,
    N'paar Jungens, dei ouk fix un gau,
    Taum Bälge-Trian met bracht.
    
    Grad bi d'r Wandlung ganz van fa'n
    Soll „Stille Nacht" opklingen;
    Doch dei Vikar hofdat nit gä'n,
    Hei lait dat Schalter springen.
    
    De Stroum waor fut - nu iset ut -
    Sou dachte wall im" stillen,
    T'küemmet nix mehr ut d'r Uargel rut,
    Un iek hev' mienen Willen.
    
    Dao fonk de Uargel aohne Stroum
    Ganz sachte aan te klingen,
    Grad sou, äs föngen bi düessem Toun
    De Engel aan te singen.
    
    Dei kleinen Schellen daoren kund:
    „De Wandlung fanget aan."
    Sou stille waort im Kiarkenrund,
    Me faulde dat tau düeser Stund
    Dat Christkind wi-erkam.
    
    Sacht gonk dei Ougenblick verbie.
    Dat Krippenkind, sou klein
    As daomaols, waor uns naoge hie,
    Dat groute Weltgescheihn.
    
    Nu fonk de Orgel ouk wier frie
    Un mächtig aan te klingen.
    
    Me sall met bester Liturgie
    Dat Volksguet nit betwingen
    
    Das Gedicht ist dem Nachlass von Ferdinande Laymann entnommen.
    Die Übersetzung ins Hochdeutsche
    wurde von Hubert Wacker+ vorgenommen.
    
    Alles zu seiner Zeit
    
    Über Liturgien lässt sich streiten.
    Sie stehn groß obenan
    Beim jungen Volk, doch ich muss sagen:
    Man gewöhnt sich schwer daran.
    
    Es kam mal wieder ein neuer Herr, 
    Und dem war's bald gelungen, 
    Dass in der Christnacht nicht mal mehr 
    Das "Stille Nacht" ward gesungen.
    
    Jedoch der Organist war schlau.
    Der hatte schon vorbedacht,
    'n paar Jungen, die auch schnell und flink,
    Zum Bälge-Treten mit gebracht.
    
    Grad bei der Wandlung ganz von fern 
    Sollte "Stille Nacht" erklingen; 
    Doch der Vikar hört' das nicht gern, 
    Er ließ den Schalter springen.
    
    Der Strom war fort - nun ist es aus -
    So dacht' er wohl im Stillen, 
    's kommt nichts mehr aus d'r Orgel raus, 
    Und ich hab' meinen Willen.
    
    Da fing die Orgel ohne Strom 
    Ganz sachte an zu klingen, 
    Grad so, als fingen bei diesem Ton 
    Die Engel an zu singen.
    
    Die kleinen Schellen taten kund: 
    "Die Wandlung fangt an." 
    So still war es im Kirchenrund, 
    Man fühlte, dass zu dieser Stund 
    Das Christkind wiederkam.
    
    Sacht ging der Augenblick vorbei. 
    Das Krippenkind, so klein 
    Wie damals, war uns nahe hier, 
    Das große Weltgeschehen.
    
    Nun fing die Orgel auch wieder frei 
    Und mächtig an zu klingen.
    
    Man soll mit bester Liturgie 
    Das Volksgut nicht bezwingen.
    Wallmerich, wat nu?

    Im Rahmen unserer Plattdeutschen Reihe hier ein Gedicht von Ferdinande Laymann, das sie vor dem Bau der Biggetalsperre in Sorge um eben dieses Tal schrieb:

    Wallmerich, wat nu?
    Wei kannte nit im Sauerland
    Dat Städtchen Attendoorn!
    Van dao ut – dat is ouk bekannt -
    Is guet Wallfahrten gaohn

    Nao diam Kapelleken Wallmerich.
    Dat liet – nie geiht biargop -
    Dreiveirel Stunde siekerlich
    Arn Faut vam Tourenkopp.

    In fröggerer Tiet, sou wärt vertalt,
    Is me eiest in de Kiarke gaohn
    Biem Hospitaol; dei is recht alt -
    Nu wärt wier wat dran daon.

    Dat niawenbie, nu lot miek si-en,
    Wu’t noch viar Jaohren gonk
    Ein Huus un dann d’m Füerster sien
    Am ganzen Wiage stonk.

    Et gonk siek frögger nit sou schöühn
    Tau unser leiwen Frau.
    Twaor’n Wallfahrtswiag, Geröll un Stein-
    Doch dat gehaor dotau.

    Dei allen Biarge stongen dao
    Sou stur un Kopp an Kopp.
    Un manchmaol biadden se ouk nao -
    Vie Kinger luerden drop.

    Dat gaft soun schöünen Wieherhall,
    Dei kam vam Keüer hiar,
    Laip diar de Schluchten, üewwerall
    Geisterde hingerhiar.

    Waor dann de Leste Statioun,
    Dat leste Leid vergaon,
    Dann saoh ma in diam Baukendoum
    Dat kleine Kapelleken staohn.

    Du kleinet Waldkapelleken du,
    Uns allen leiv un Wert!
    Off wall de Mutter Guarres nu
    Dat Bian nit mehr hört?

    Wann hie dat wunderschöüne
    Dahl Met allem Drum un Dran
    Verschwinget, Water üewwerall -
    Wat fange vie dann blouß aan!?

    Und hier die Übersetzung – wie immer von Hubert Wacker +:

    Waldenburg, was nun?
    Wer kannte nicht im Sauerland
    Das Städtchen Attendom!
    Von da aus – das ist auch bekannt -
    Ist gut Wallfahrten gehn

    Nach dem Kapellchen Waldenburg.
    Das liegt – man geht bergan -
    Dreiviertel Stunde sicherlich
    Am Fuß vom Turmeskopf.

    In früherer Zeit, so wird erzählt,
    Ist man erst in die Kirche gegangen
    Beim Hospital; die ist recht alt -
    Nun wird wieder etwas dran getan.

    Das nebenbei. Nun lasst mich sagen,
    Wie’s noch vor Jahren ging
    Ein Haus! und dann dem Förster sein’s
    Am ganzen Wege stand.

    Es ging sich früher nicht so schön
    Zu unsrer lieben Frau.
    ‘s war der Wallfahrtsweg, Geröll und Stein -
    Doch das gehört dazu.

    Die alten Wälder standen da
    So stur und Kopf an Kopf.
    Und manchmal beteten sie auch nach -
    Wir Kinder horchten drauf.

    Das gab so einen schönen Widerhall,
    Der kam vom Keller her (ein Tal links des Weges),
    Lief durch die Schluchten, überall
    Geisterte hinterher.

    War dann die letzte Station,
    Das letzte Lied vergangen,
    Dann sah man in dem Buchendom
    Das kleine Kapellchen stehn.

    Du kleines Waldkapellchen, du,
    Uns allen lieb und wert!
    Ob wohl die Mutter Gottes nun
    Das Beten nicht mehr hört?

    Wenn hier das wunderschöne Tal
    Mit allem Drum und Dran
    Verschwindet, Wasser überall -
    Was fangen wir dann nur an!?

    In der Karwiacke

    Passend zur Karwoche ein Gedicht von Ferdinande Laymann:

    In der Karwiacke

    De Klocken sind nao Roum, sou heddet frögger.
    Dann hewek äse Kind sou manchmaol luert;
    Doch nümaols konnek se seihn, dei fleiget högger
    Uawen diar de Luft, se hat ganz schwinde spurt,

    Sou sagte uns de Mutter, un nu blöset – pas’t op -
    Vam Teueren de Kösters Jupp
    Et Muarrens un et middags un et aowens -
    Dat is nit üewwerall äs hi de Bruk.

    Jao, dei drei lesten Dage wor’n sou truerig
    Un doch ouk wir sou andächtig un fromm.
    Dei Hiarrguattsklageleier wor’n sou schuerig -
    De „Haustadt” harr’daofiar dian rechten Toun,

    Un dann dei Siagen am Karsunnaowend-middag;
    Sou giegger twei Uhr woret an d” r Tiet.
    De „Hellhake” stonk alt im Choerpötchen
    Un grout un klein drümme hiar bit hingen wiet.

    Dat Klöckelchen harre ouk alt dreimaol kleppet,
    Vi Kinger holFn dian Siemmel in de Luft
    Recht houge, dat ne ouk de Siagen drieppet;
    Daobi giat me siek ouk noch manchmaol schuft.

    Soun Oustersiemmel met viell Oustersiagen,
    Met Küemm gebacken, knusperich un fris,
    Dei küemmet, wann” t iawen geiht, noch allerwiagen
    Am Oustermuarren op en Kaffeidis.

    Und hier – wie immer – die Übersetzung ins Hochdeutsche von Hubert Wacker+

    In der Karwoche
    Die Glocken sind nach Rom, so hieß es früher.
    Dann habe ich als Kind so manches Mal geschaut;
    Doch niemals konnte ich sie sehen, die fliegen höher
    Oben durch die Luft, sie haben ganz schnell gespurtet,

    So sagte uns die Mutter, und nun bläst – passt auf-
    Vom Turm der Kösters Jupp Am Morgen und am Mittag und am Abend -
    Das ist nicht überall wie hier der Brauch.
    Ja, die letzten drei Tage war’n so traurig
    Und doch auch wieder so andächtig und fromm.

    Die Herrgottslieder war’n so schaurig -
    Der Hauistadt* hart’ dafür den rechten Ton.
    Und dann der Segen am Karsamstag Mittag;
    So gegen zwei Uhr war es an der Zeit.
    Der Hellhacke* stand schon im Chorpförtchen Und
    Groß und Klein drum herum bis weit hinten.

    Das Glöckchen hatte auch schon dreimal angeschlagen,
    Wir Kinder hielten die Semmel in die Luft
    Recht hoch, dass sie auch der Segen treffe;
    Dabei hat man sich auch manches Mal geschubst.

    So’n Ostersemmel mit viel Ostersegen,
    Mit Kümmel gebacken, knusprig und frisch,
    Der kommt, wenn’s eben geht, noch von altersher
    Am Ostermorgen auf den Kaffeetisch.

    *) Haustadt und Hellhacke waren Geistliche in Attendorn

    Palmenwigge

    Noch immer gibt es in der katholischen Kirche den Brauch, am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) Palmzweige segnen zu lassen.

    Hier ein Gedicht von Ferdinande Laymann aus dem Manuskript “Rund um Attendorn – Plattdeutsche Gedichte”  in der Übersetzung von Hubert Wacker :

    Wann Frögger am Palmsundagmuarren
    De Klocken sungen hell un klaor
    Tauer Palmenwigge, waor mien Suarren,
    Dat iek viaraan biem Siagen waor.

    Naohiar drachf iek dian Palmbuß wichtig
    Nao Heime un raip alt van wi-em:
    „Düenn Muarren waoret owwer richtig,
    Vi hätf d’n meiesten Siagen kri-em.”

    De Mutter deildene, äs dat Moude,
    Un stalltene rechts un links opsiet
    Vam Hiarrguattskrüz op d’r Kumoude.
    Nummedags waof t dann fiar’n Vatter Tiet.

    Med’m Palm opet Land te gaohn, hei well men,
    Sou äs dat Sitte waor un Bruk,
    Am hüdigen Dag dat Kaoren pälmen,
    Et stonk in manchen Jaohr recht lut.

    Un harre dann dian Palmensiagen
    An all’n veier Ecken guet aanbracht,
    Hiaddet luter noch, trotz Sturm un Riagen,
    En guerren Koarenhiarwest gaft.

    Iek weit nit, ofse in hüdigen Ti-en
    Noch viel op Bruk un Sitte giat;
    Wao se nit maol mehr de Tiet könnt si-en
    Im altgewuenden, leiwen Platt.

    Se hätf ouk luter noch wat viar,
    Küert me se maol taum Naowern aan.
    Se sind waan hinger” m Gelle hiar,
    As hönk iarre Seligkeit dodraan.

    Wei frögger dann am Sunndagmuarren
    Spazeieren im Staadtfelle gonk,
    Dei waor sou frouh un aohne Suarren,
    Wann dicht un voll dat Kaoren stonk.

    Hier die Übersetzung:

    Palmenweihe

    Wenn früher am Palmsonntagmorgen
    Die Glocken sangen hell und klar
    Zur Palmenweihe, war mein sorgen,
    Dass ich voran beim Segen war.

    Nachher trug ich den Palmenbusch wichtig
    Nach Hause und rief schon von weitem:
    “Heute Morgen war es aber richtig,
    Wir haben den meisten Segen bekommen.”

    Die Mutter teilte ihn, wie das Mode,
    Und stellte ihn rechts und links auf die Seite
    Vom Herrgottskreuz auf die Kommode.
    Nachmittags wurde es dann für den Vater Zeit,

    Mit d’n Palmen aufs Land zu gehen, er will blos,
    So wie das Sitte war und Brauch,
    Am heutigen Tag das Korn pälmen,
    Es stand in manchem Jahr recht dünn.

    Und hatte er dann den Palmensegen
    An allen vier Ecken gut angebracht,
    Hat es immer noch, trotz Sturm und Regen,
    Einen guten Kornherbst gegeben.

    Ich weiß nicht, ob sie in heutigen Zeiten
    Noch viel auf Brauch und Sitte geben;
    Wo sie noch nicht mal mehr die (Tages-) Zeit können sagen (grüßen)
    Im altgewohnten, lieben Platt.

    Sie haben immer noch was (anderes) vor.
    Spricht man sie mal zum Nachbarschaft pflegen an.
    Sie sind sehr hinter dem Gelde her,
    Als hing’ ihre Seligkeit daran.

    Wer früher dann am Sonntagmorgen
    Spazieren im Stadtfelde ging,
    Der war so froh und ohne Sorgen,
    Wenn dicht und voll das Korn stand.

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